Dienstag, 17. Juli 2018

Neue Veranstaltungsreihe Gegenstrategien


Gemeinsam mit Present:history haben wir eine Veranstaltungsreihe organisiert, die demnächst startet! In mehreren Workshops werden wir uns mit der Geschichte Wiens von 1927 bis 1934 beschäftigen, den Blick auf widerständige Praktiken in Kunst und Kultur legen und fragen, wie diese Vergangenheit heute interpretiert wird und ob es Schnittpunkte zur Gegenwart gibt.
Mehr Infos auf der Homepage: https://gegenstrategien.at
Der erste Workshop zum Juli 1927 findet am 29. Juli von 10-17h statt. Wir freuen uns über eure Teilnahme und spannende Diskussionen! Weitere sind bereits angekündigt!
Anmeldung unter info@gegenstrategien.at nicht vergessen

Samstag, 24. März 2018

Diagonale 2018: Filmtipps von Sarah

Die Diagonale war dieses Jahr ganz besonders politisch und noch näher als sonst an den Fragen dran, die mich und viele andere gerade beschäftigen. Dafür Danke ich Sebastian Höglinger, Peter Schernhuber und allen anderen, die daran beteiligt waren, ganz besonders! Das macht es aber auch schwer, einen einzelnen Film hervorzuheben, daher werden es einfach mehrere.

Nichtaufarbeitung

Ich hab den tollen und wichtigen Film „Waldheims Walzer“ von Ruth Beckermann gesehen, den ich allen nur empfehlen kann, der aber gar nicht

Dienstag, 20. März 2018

Assoziation zu Michaela Tascheks „Doppelgänger“

gesehen auf der Diagonale 2018


 Du denkst jetzt sicher, wenn du das liest, denkst du sicher, aber jetzt denkst du es vielleicht doch nicht, weil wer will schon denken, was andere erwarten? Es ist auch wirklich nicht so, dass mir meine Mutter so fremd war. Ich schreibe das eher, weil ich ihr so ähnlich bin, weil ich Angst habe, dass
auch ich ersetzt werden könnte. Manchmal wünsche ich es mir sogar. Du weißt nicht, wovon ich rede. Jetzt tust du eben so, weil du dir nicht sagen lassen willst, dass du etwas nicht verstehst.

Samstag, 17. März 2018

Assoziation zu Bettina Henkels „Kinder unter Deck“

gesehen auf der Diagonale 2018


„Erinnerst du dich“, fragt Eva, „an dieses Spiel? Dieses Spiel, das wir immer beim Autofahren gespielt haben.“
Die Sonne senkt sich zwischen die Büsche, zwängt sich durch die Äste. Wenn Eva den Kopf hebt, sticht sie im Auge. Dafür färbt sie die Donau golden. Eine Böe kräuselt das Wasser, sodass man denkt, es bewege sich etwas darin, sodass man denkt, es regen sich tausende Fische, knapp unter der Oberfläche.
„Kinder unter Deck“, sagt Michael.
„Schön, nicht?“ Eva hält das Rotweinglas geneigt gegen das Licht.
„Ich hatte eigentlich immer Angst“, sagt Michael.

Freitag, 16. März 2018

Assoziation zu Georges Franjus „Le sang des bêtes / Das Blut der Tiere“

gesehen auf der Diagonale 2018


An den Toren von Paris führt man ein weißes Pferd in den Hof von La Chapelle. Man drückt ihm einen Bolzen in die Stirn und es klappt zusammen wie eine Stehauf-Figur, wenn man unten auf den Knopf drückt. Nur steht der Gaul nicht mehr auf. Man öffnet den Hals und schwarzes Blut strömt heraus, das man in einem rechteckigen Bottich auffängt. Was nicht mehr hinein passt, rinnt in den Abfluss. An den Toren von Paris im Hof von La Chapelle.

Donnerstag, 15. März 2018

Assoziation zu Christian Froschs „Murer – Anatomie eines Prozesses“

 gesehen auf der Diagonale 2018


Der Schlächter von Vilnius. Die Journalistin lehnt sich zurück, zündet eine Zigarette an, raucht. Klingt zu sehr nach Superheld, finden Sie nicht? - Eher nach Oberschurke, sagt er. Er steht am Fenster, stützt sich am Fensterbrett ab, sieht hinunter auf die Straße. Unten geht einer, geht irgendwie gehetzt, aber auch stramm, stramm wie ein Soldat. - Jedenfalls Badass, ein Name wie aus einem Comic. Das passt nicht, finde ich. Man sollte ihn anders nennen. Sie streckt die Beine aus, die Fußspitzen deuten auseinander. Der Wicht von Vilnius, wie wäre das? Der Gnom, der Wüterich. - Man kann sich nicht einfach einen neuen Namen für ihn ausdenken, so hat man ihn eben genannt, den Murer: Schlächter. Er war auch kein Wicht. Wenn Schlächter Ihnen nicht gefällt, dann schreiben Sie eben einfach nur Murer, einfach den Namen. Der Mann auf der Straße ist hinter der nächsten Ecke verschwunden. Jetzt ist niemand mehr da unten. Trotzdem sieht er weiter hinunter, wartet, ob noch etwas nachkommt. - So werde ich es wohl machen, sagt sie, dämpft die Zigarette aus.

Samstag, 10. März 2018

Assoziation zu Ula Stöckls „Neun Leben hat die Katze“

gesehen bei den FrauenFilmTagen 2018 in Wien


Pour rigolo. Nur so. La beauté me fait toujours triste. Die Katze hat neun Leben, der Mensch hat nur eins. Der Bauer räumt dem Karnickel den Bauch aus, schabt ihm unterm Gelächter der Kinder die Innereien in den Matsch. Man muss das Leben genießen, genießen, genießen, lass dich nicht verdrießen: auch wenn im Keller der Puppenfuß brennt. Circe kann alles sein.